Ein Systemiker oder eine Systemikerin ist eine Person, die beruflich im beraterischen Kontext tätig ist und dabei den Systemischen Beratungsansatz professionell anwendet.
Die Beratungskontexte des Systemikers sind vielfältig und decken sowohl psycho-soziale Bereiche als auch arbeitsweltliche Bereiche ab.
Das Berufsbild des Systemikers ist immer mit mindestens einer Spezialisierung in einem spezifischen Arbeitskontext verbunden. Es können auch mehrere Spezialisierungen anerkannt werden.
Systemiker gehen von der Autonomie und Selbstorganisationsfähigkeit von Systemen aus. Insgesamt zeichnet sich ein Systemiker also durch eine ganzheitliche, kontextbezogene und lösungsorientierte Herangehensweise aus, bei der die Beziehungen und Interaktionen im Fokus stehen.
Ein Systemiker analysiert die Dynamiken, die zwischen den verschiedenen Elementen eines Systems (wie z. B. einer Person, einer Familie, einem Team oder einer Organisation) wirken, und versucht, durch Veränderungen auf der Systemebene positive Effekte zu erzielen. Dabei werden in der Regel Lösungen erarbeitet, anstatt sich zu sehr auf die Probleme selbst zu konzentrieren. Systemiker sehen das große Ganze und achten darauf, wie verschiedene Teile eines Systems zusammenwirken.
Bisher gibt es keinen einheitlichen Standard für das Ausbildungsniveau eines Systemikers oder einer Systemikerin. Zwar gibt es mehrere miteinander konkurrierende Fachverbände, die den erfolgreichen Abschluss eines Weiterbildungsgangs bescheinigen. Diese lehnen jedoch meist außerhalb des jeweiligen Verbandskontexts erworbene Qualifizierungsnachweise ab. Außerdem bescheinigen diese den Absolventen nicht, dass sie dem aktuellen Stand Systemischer Beratungsprofessionalität entsprechen.
Das SystCert-Zertifikat erkennt erworbene Systemische Qualifikationen verbandsübergreifend an und fordert auch über die zeitliche Begrenzung der Gültigkeit des Zertifikats permanente Fortbildung. Somit werden Inhabern eines gültigen SystCert-Zertifikats alle erworbenen Systemischen Qualifikationen anerkannt und ihnen bestätigt, dass die Expertise dem state-of-the art der Systemischen Beratungspraxis entspricht.
Das SystCert-Zertifikat ist immer mit mindestens einer Spezialisierung in einem spezifischen Arbeitskontext verbunden. Es können auch mehrere Spezialisierungen anerkannt werden.
Mindestvoraussetzung für die Erteilung eines SystCert-Zertifikats sind eine abgeschlossene akademische- oder Berufsausbildung, eine abgeschlossene Systemische Weiterbildung über einen Mindestzeitraum mit Mindestanforderungen hinsichtlich des Umfangs sowie berufliche Erfahrung in Beratungskontexten und eine erfolgreiche Abschlussprüfung.
Ebenfalls muss die Einhaltung der Ethikrichtlinien als Zertifikatinhaber für den gesamten Zeitraum versichert werden.
Ethikrichtlinien (SystCert)
Der Systemische Beratungsansatz hat sich in vielen Anwendungsbereichen von Psychotherapie über Coaching, Organisationsentwicklung bis zur Begutachtung in familienrechtlichen Fragen und Wirtschaftsmediation erfolgreich etabliert. Eine Übersicht der möglichen Fachbereiche findet sich hier.
Obwohl alle diese Anwendungsbereiche sich auf den Systemischen Beratungsansatz beziehen, sind Probleme, Ziele, Klientensysteme, Prozessdesigns und Vorgehensweisen sehr unterschiedlich. Daher wird die jeweilige Spezialisierung von Systemikern in Fachgebieten ausgewiesen, um Klienten, Kunden und Arbeitgebern eine Einschätzungsbasis zu geben, in welchen Fachgebieten sich der Systemiker oder die Systemikerin besondere Expertise erworben hat.
Die DIN EN ISO/IEC 17024 ist eine internationale Norm der Personenzertifizierung, die die Kompetenz von Personen in einem bestimmten Fachgebiet nachweist. Es ist ein formeller Prozess, bei dem Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen einer Person von einer unabhängigen Prüfstelle geprüft und zertifiziert werden. Die Zertifizierung dient als Nachweis der Qualifikation und ist weltweit anerkannt.
Diese Norm legt Anforderungen an die Zertifizierungsstellen und den Zertifizierungsprozess fest. Sie stellt sicher, dass die Zertifizierungen unabhängig und objektmäßig sind. Die Personenzertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 ist eine anerkannte Methode, um die Fachkompetenz von Sachverständigen, Gutachtern und anderen Experten nachzuweisen.
Die DIN EN ISO/IEC 17024 beinhaltet:
Die Berufsbezeichnung des Systemikers lehnt sich an die Europäische Norm DIN EN ISO 17024 im Bereich der Personenzertifizierung an. Sie dient damit Zertifikatsinhabern als weltweiter objektiver Kompetenznachweis und unterstützt den beruflichen Erfolg. Das Programm berücksichtigt ebenfalls den Qualifikationsrahmen DQR und EQR.
SystCert-Zertifikate erfüllen die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Beratung (DGfB), dem als Beratungs-Dachverband 26 verschiedene Fachverbände im beruflichen Beratungskontext angehören.
Die Richtlinien für SystCert-Zertifikate orientieren sich auch an den Leitlinien der drei größten Systemischen Fachverbände und sind damit mindestens gleichwertig zu Zertifikaten folgender Verbände:
Vergleichstabelle SystCert-Zertifizierung mit DGSF- / SG- Zertifizierung
Zertifikate der Dachverbände DGSF, SG, DGSP, die bis zum 31.12.2028 ausgestellt sind, werden ohne weitere Prüfung für die Ausstellung des SystCert-Zertifikats und mit den jeweiligen Fachbereichen anerkannt. Es fällt eine reduzierte Bearbeitungsgebühr an.